22. Aug 2019

„Provinz matters!“ Umnutzung einer Scheune zu neuem Wohnraum

>< Ländlicher Wohn-und Lebensstil, ein Auslaufmodell? Von wegen – Neues Leben wird hier wieder einkehren. Edgar Faure hat dazu in den 60 er Jahren bereits prophezeit: „Wenn das Land nicht mehr atmet, ersticken die Städte“.
Während in den Städten die Mieten steigen und Baugrundstücke knapp werden, warten ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebäude in den ländlichen Regionen auf Ihre Wiedernutzung. Ein grandioses Potential. Die Umnutzung solcher Gebäude fördern nicht nur die Lebens-und Arbeitsbedingungen auf dem Lande, sondern stärken mit Ihrer Geschichte und Identität auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein Imagewechsel ist bereits in vollem Gange. Der ländliche Raum ist im Zeitalter der Vernetzung und Digitalisierung ein durchaus eigenständiger, in Teilen sogar urbaner Lebensraum geworden.
Das Dorf Braschwitz, eine Ortschaft der Stadt Landsberg im Saalekreis in Sachsen-Anhalt ist ideal, verkehrstechnisch gut angebunden. Es liegt es nur fünf Kilometer östlich von Halle (Saale) entfernt. Das derzeit ungenutzte Stall- u. Scheunengebäude ist Teil einer großen Hofanlage, im denkmalgeschützten Bereich des Dorfes. Anstelle von Schweineboxen und Heuschober soll hier nun ein großzügiger, offener Wohnraum für eine ganze Familie und ihren Gäste entstehen. Die unterschiedlichen Einbauten aus den vergangenen Jahrzehnten werden dafür abgebrochen. Die historische Dachkonstruktion bleibt erhalten. Das ebenerdige Erdgeschoss wird zur Hofseite hin geöffnet. Ein zweigeschossiger Luftraum im Eingangsbereich verbindet durch eine Treppe das privatere Wohngeschoss der Bewohner. Hier wird der Wohnbereich der Familie vom Gästebereich abgetrennt. Dieser Bereich läßt sich ebenso als Büro oder Einliegerwohnung nutzen.
In Sicht einer zentralen Wohnachse gelangt man in den großen, offenen Ess- u. Küchbereich. Dem Besucher eröffnet sich hier ein grandioser Blick in den Dachraum und zum Galeriegeschoss. Die Küchenzeile unter dem Galeriebereich sorgt für eine loftartige Erweiterung des Raumes. Das Ende dieser Wohnachse bildet ein großer Kamin. Alt und Neu lassen einen reizvollen Kontrast zwischen Dachgebälk, historischer Stahlstützen und den neuen Stahl-, Holz- und Betoneinbauten entstehen. Optisch erzeugt die reduzierte Materialwahl im Innenraum, aus Weißtanne und Sichtbeton zu den weißen Wänden eine angenehme, ruhige Atmosphäre. Raumhohe Verglasungen eröffnen den Blick zur Terrasse und zum begrünten Innenhof. Als ein zukünftig beliebter Aufenthaltsort für Gäste und Familie lädt sie zum Verweilen, Abendessen und Faulenzen ein. Für eine privatere Atmosphäre der Bewohner sorgen große Schiebetore als Sicht- und Wetterschutz. In Analogie zu den alten Scheunentoren, gliedern die neuen Holzschiebetore, einschließlich der raumhohen Fenster die Fassade des historischen Gebäudes.
Ein Kleinod – Nach langem Leerstand wird ein altes Stall- u. Scheunengebäude zu neuem Leben erweckt. ><